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Interview

Alexander Hinz von fairr.de

Warum ETFs die Zukunft der Riester-Rente sind

ETFs – exchange-traded funds – werden für Sparer, denen Sicherheit und Rendite wichtig sind, als DER Weg bezeichnet, um am Aktienmarkt zu profitieren. Denn für die meist passiven Fonds fallen fast keine Verwaltungskosten an. Alexander Hinz von fairr.de erzählt im Interview, weshalb ETFs seiner Meinung nach die perfekte Anlageform sind, um die staatlich geförderte Riester-Rente zukunftsfähig zu machen.

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Die ideale Altersvorsorge ist kostengünstig in der Anschaffung, sichert eine lebenslange Rente und bietet während der Sparphase Aussicht auf viel Rendite. Herr Hinz, Sie werben damit, alle diese drei Faktoren mithilfe einer ETF-basierten Riester-Rente zu verbinden. Warum hat vor Ihnen noch niemand diese Verbindung geknüpft? Wo ist der Haken?

Alexander Hinz: Um eine leistungsstarke private Altersvorsorge auf die Beine zu stellen, bedarf es neben einer wissenschaftlich fundierten Geldanlage mit niedrigen Fondskosten auch geringe Effektivkosten insgesamt. Deshalb bieten wir einen Riester-Fondssparplan an, der die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt. Die Idee, aktiv gemanagte Fonds durch passive ETFs zu ersetzen, liegt eigentlich nahe. Das haben auch schon Anbieter vor uns gemacht – allerdings nur im Rahmen von teuren Versicherungen.

Anbieter von Riester-Fondssparplänen setzen ausschließlich auf aktive Fonds, meist aus dem eigenen Hause. Die hohen Kosten dieser Fonds werden dabei häufig in der Renditeannahme versteckt und sind für Kunden nahezu unsichtbar, da diese in den Fondskursen enthalten sind und in ihrer absoluten Höhe nicht separat ausgewiesen werden.

Einen Haken gibt es: Auf unseren Sparplan mit ETFs müssen Sparer selbstständig aufmerksam werden. Unsere Riester-Rente gibt es nur für „Selbstentscheider“. Für provisionsgetriebene Vermittler ist unser Produkt uninteressant.

Wie unterscheidet sich ein Riester-Vertrag, der auf ETFs baut, kostentechnisch von einem Riester-Vertrag, der bei einem Versicherer abgeschlossen wird?

Alexander Hinz: Die Kosten für aktiv gemanagte Fonds sind nur ein Teil der Ausgaben, die Riester-Sparer gewöhnlich zahlen. Wer von aktiven Fonds auf passive ETFs umsteigt, spart jährlich mindestens 0,5 bis 1 Prozent bei den Fondskosten. Dabei belegen etliche Studien, dass aktive Fonds vergleichbaren ETFs langfristig unterlegen sind, also keine Mehrrendite erwirtschaften.

Unser Riester-Vertrag unterscheidet sich kostentechnisch aber auch noch an anderer Stelle deutlich von bisherigen Angeboten: Da unser Riester-Fondssparplan ausschließlich online abgeschlossen werden kann, fallen keine Abschlussprovisionen an. Fairr finanziert sich durch eine jährliche prozentuale Gebühr. Bei einer Vielzahl der traditionellen Anbieter fällt der Großteil der Kosten hingegen bereits in den ersten fünf Jahren der Verträge an.

Wie sicher ist die Anlageform mit ETFs? Gibt es beispielsweise eine Beitragsgarantie?

Alexander Hinz: Die Beitragsgarantie zum Ende der Ansparphase ist für alle zertifizierten Riester-Verträge vorgeschrieben. Darüber hinaus sind die erworbenen ETF-Anteile in der Ansparphase Sondervermögen. Im Falle einer Insolvenz unserer Partnerbank bleibt das Vermögen somit erhalten und Gläubiger haben weder Ansprüche noch Zugriff auf die Wertpapiere – Diese bleiben unter allen Umständen im Besitz unserer Kunden.

Sind ETFs die Zukunft der Riester-Rente oder gibt es auch Alternativen?

Alexander Hinz: Aktien werden auch in Zukunft für den langfristigen Vermögensaufbau die vielversprechendste Anlageklasse bleiben. Viele Anleger haben bereits für sich erkannt, dass ETFs das ideale Instrument sind, um an der Wertentwicklung dieser teilzuhaben.

Doch wer nur privat in ETFs anlegt und sich so ein Polster fürs Rentenalter aufbaut, lässt die Zulagen und Steuervorteilen liegen, mit denen der Staat die Sparanstrengungen zur Ergänzung der gesetzlichen Rente fördert. Die Zukunft der Riester-Rente besteht aus transparenten und leistungsstarken Produkten. ETFs werden dabei immer häufiger zum Einsatz kommen und so bei geringen Kosten eine solide Rendite ermöglichen.

Sparen mit ETFs: Neue Hoffnung auf Rendite bei der Altersvorsorge?

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, leuchten derzeit hell am Anlegerhimmel. Denn sie machen – so die landläufige Meinung – die Teilhabe am renditestarken Aktienmarkt für jedermann möglich. Doch was genau ist unter ETFs zu verstehen, wie unterscheiden sie sich von gewöhnlichen Aktien und wie ist es möglich, dass es ETFs bereits in Verbindung mit anderen Anlageformen wie der Riester-Rente gibt?

Was sind ETFs? Einmal kurz erklärt

ETFs sind seit einiger Zeit besonders beliebt – sowohl bei erfahrenen Anlegern als auch bei Neulingen am Aktienmarkt. Der Grund ist recht simpel: ETFs sind passive Geldanlagen und haben somit sehr niedrige Verwaltungskosten. Daher sind sie schon ab kleinen Investitionsbeträgen zu haben, sind sehr flexibel und ermöglichen Rendite, die bei anderen Geldanlageformen fehlt. Das Besondere an ETFs ist, dass sie nicht wie gewöhnliche Aktien funktionieren. Denn Anleger kaufen keinen Anteil eines Unternehmens (oder ähnlichem), sondern sie vertrauen auf die Entwicklung eines ganzen Aktienindex‘, wie den DAX, den MSCI World oder den Dow Jones. Dadurch verteilen ETFs das Risiko auf einen ganzen Markt und setzen nicht auf den Erfolg eines einzelnen Unternehmens. Darüber hinaus brauchen sie keinen kostenintensiven Fondsmanager.

ETFs: Die Vorteile im Überblick

  • ETFs haben geringe Verwaltungskosten
  • Streuen ihr Risiko automatisch breit
  • Sind auch für Einsteiger geeignet
  • Ermöglichen Rendite
  • Existieren in verschiedenen Risikoklassen

ETFs: Auf welchen Index soll man setzen?

Die bekanntesten Aktienindizes sind wohl der Deutsche Aktienindex (DAX), der Dow Jones und der MSCI World. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Indizes, von denen neue Anleger oft noch nie etwas gehört haben. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Zeitschrift Finanztest (6/2017) den MSCI World zu den Favoriten erklärt. Denn dieser bildet den ganzen Weltmarkt ab und nicht nur ein Land, wie etwa der DAX.

ETF versus andere Geldanlagen: Was ist besser für den privaten Rentenaufbau?

Wer für sein Alter privat vorsorgen möchte, hat abgesehen von Immobilien, in der Regel zwei Möglichkeiten:

  1. Sparer schließen einen privaten Vorsorgevertrag ab, der eine lebenslange Rente in bestimmter Höhe sichert.
  2. Sparer häufen eigenständig so viel Geld an, das sie im Alter bis zu ihrem Tod gut davon leben können.

Welche Form der Altersvorsorge ihnen zusagt, müssen Sparer individuell entscheiden. Altersvorsorgeverträge sind jedoch in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, weil sie entweder kaum Rendite erzielen oder zu viel Geld in die Verwaltung der Verträge fließt. Das liegt auch daran, dass die Versicherungen das Geld ihrer Sparer in kostenpflichtige Anlagen investieren. Mittlerweile gibt es klassische Altersvorsorgeverträge, wie die Riester-Rente, welche ETF-basiert die monatlichen Einzahlungen ihrer Kunden investieren. Die Anbieter versprechen sich davon, unterm Strich für die Kunden mehr Rente im Alter erwirtschaften zu können.

Was kosten ETFs?

Wer in ETFs investieren möchte, muss ein Depot bei einem ETF-Anbieter eröffnen. Manche Anbieter verlangen dafür eine Depoteröffnungsgebührt von wenigen Euro, bei anderen Anbietern ist dieser Schritt kostenlos. Anschließend sollten sich Anleger, je nachdem zu wie viel Risiko sie bereit sind, für zwei bis drei Titel entscheiden und entweder monatlich Geld investieren oder eine einmalige Anlage tätigen. ETFs sind oft schon ab 25 Euro monatlicher Investition zu erstehen. Für den Kauf der ETFs können erneut geringe Gebühren anfallen. Da jeder ETF-Investor die Verwaltung selbst übernimmt, fallen hierfür keine weiteren Kosten an.

Eignen sich ETFs für jeden Sparer?

ETFs sind eine Anlage an der Börse. Sie sind deshalb naturgemäß mit einem bestimmten Verlustrisiko verbunden. Zwar gibt es risikoreichere und sichere ETFs. Die Gefahr, sein Geld zu verlieren, bleibt jedoch. Sparer, die bei diesem Gedanken bereits Schlafprobleme bekommen, sollten wohl Abstand von ETFs halten. Andererseits ist die Börse derzeit die einzige Möglichkeit, um überhaupt eine nennenswerte Rendite zu erzielen.

Wer bereits einen Riester-Vertrag hat und diesen nun lieber mit ETFs weiter besparen möchte, muss sich gut über Wechselbedingungen informieren. Es besteht auch die Möglichkeit, den alten Vertrag beitragsfrei zu stellen und einen neuen ETF-basierten Vertrag abzuschließen.

Kritik an ETFs:

  • ETFs haben Verlustrisiken
  • Sie eignen sich nicht für kurzfristige Anlagen
  • Den Verwaltungsaufwand trägt der Sparer selbst
  • Sie kosten Zeit und Nerven
  • Bieten keine Steuervorteile, anders als die Riester-Rente

Sie interessieren sich für die Riester-Rente? Hier finden Sie die aktuellen Testsieger im Überblick.

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