Riester-Rente Förderung durch Zulagen und Steuerentlastung

Ein wesentlicher Vorteil der Riester-Rente sind die Zulagen. Mit ihnen unterstützt Sie der Staat bei der privaten Altersvorsorge erheblich, vor allem wenn Sie Nachwuchs haben. Für Gutverdiener und Versicherte ohne Kinder wiegen dagegen die Steuervorteile schwerer. Doch um die geförderte Altersvorsorge abschließen zu können, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Gleiches gilt, wenn Sie die staatliche Förderung dauerhaft behalten wollen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sie 1) förderberechtigt sein, 2) Jährlich genug Geld in die Riester-Rente einzahlen, 3) den Zuschuss beantragen
  • Beiträge in Höhe von bis zu 2.100 Euro pro Jahr können Sie zusätzlich steuerlich absetzen
  • Sollten Sie keine Förderungen erhalten dürfen, besteht für Sie dennoch unter gewissen Umständen die Möglichkeit
  • Nur bestimmte private Rentenversicherungen gelten als staatlich geförderte Riester-Rente
  • Zulagen und Steuervorteile sind Versicherten nur sicher, wenn sie die Regeln der staatlich geförderten Altersvorsorge einhalten

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Wer erhält die Riester-Förderung?

Damit die Förderung von jährlich 154 Euro Grundzulage sowie bis zu 300 Euro Kinderzulage und gegebenenfalls einem einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro (Vertragsabschluss vor vollendetem 25. Lebensjahr) auch fließt, müssen Sie zunächst einmal eine geförderte Riester-Rente abschließen dürfen.

► Diese Personen haben einen Förderungsanspruch

  • Rentenversicherungspflichtige Beschäftigte und Selbstständige
  • Bezieher von Arbeitslosengeld, Hartz 4, Krankengeld
  • Beamte, Soldaten, Bundesfreiwilligendienstleistende
  • Geringfügig Beschäftigte, die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen
  • Mütter/Väter während Elternzeit/Kindererziehungszeit
  • Unter bestimmten Umständen Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit

► Diese Personen haben keinen Anspruch

  • Nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige und Studenten
  • Altersrentner
  • Bezieher einer Rente wegen teilweise Erwerbsminderung
  • Freiwillig Rentenversicherte

Wie bekomme ich die volle Förderung meiner privaten Altersvorsorge?

Sie müssen jedes Jahr mindestens vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres abzüglich der Zulagen in Form von Beiträgen für Ihre Riester-Rente ausgeben, um den vollen Zuschuss zu erhalten. Um die genaue monatliche Beitragshöhe festzulegen, berechnen Sie zunächst vier Prozent Ihres Vorjahresbruttoeinkommens. Liegt dieses beispielsweise bei 30.000 Euro, entsprechen vier Prozent genau 1.200 Euro:

30.000 Euro geteilt durch 100 = 300 Euro (1 Prozent)
300 Euro multipliziert mit 4 = 1.200 Euro (4 Prozent)

Von diesem Wert ziehen Sie die erhaltenen Zulagen ab. Dazu zählt die jährliche Zulage von 154 Euro. Hinzu kommt das Geld für Ihre kindergeldberechtigten Kinder. Ist Ihr Nachwuchs vor 2008 zur Welt gekommen, sind es jährlich 185 Euro. Bei einer Geburt nach 2007 erhalten Sie 300 Euro. Haben Sie zum Beispiel ein 2010 geborenes Kind, summiert sich der Zuschuss vom Staat auf 454 Euro:

1.200 Euro minus 154 Euro Grundzulage = 1.046 Euro
1.046 Euro minus 300 Kinderzulage = 746 Euro

Um die vollen Riester-Rente Förderung zu erhalten, muss der Sparer im Beispiel im Jahr 746 Euro für die private Altersvorsorge zur Seite legen. Monatlich entspricht dies knapp 63 Euro.

Die Kinderzulage erhält stets der Elternteil, dem das Kindergeld ausgezahlt wird. Bei Verheirateten kommt die Zulage jedoch in der Regel der Mutter zugute. Allerdings können Eheleute die Förderung auch an den Vater übertragen.

Wie wird die Riester-Zulage beantragt?

Um die Förderung zu erhalten, reicht es nicht aus, nur den Mindestbeitrag zu zahlen. Sie müssen sie mit dem „Antrag zur Altersvorsorgezulage“ beim Versicherer auch beantragen. Sofern Sie keinen Dauerzulagenantrag eingerichtet haben, ist es notwendig, den Antrag jährlich aufs Neue zu stellen. Versicherte können die Zulagen eines jeweiligen Jahres bis zum Ende des übernächsten Jahres einfordern. Für 2017 müssen diese beispielsweise spätestens Ende 2019 eingesammelt werden.

Wie nutzen Sie den Riester-Rente Steuervorteil?

Sie können sich bei der Riester-Rente über die Steuererklärung zusätzlich einen Steuervorteil sichern. Mit der Anlage AV lassen sich jedes Jahr Beiträge in Höhe von bis zu 2.100 Euro steuerlich absetzen. Das Finanzamt führt dann automatisch eine Günstigerprüfung durch. Fällt die Steuerentlastung durch den Sonderausgabenabzug höher aus als die Summe der erhaltenen Zulagen, kommt Steuerzahlern die Differenz als Rückerstattung zugute. Wie groß der Steuervorteil durch die private Altersvorsorge am Ende ist, hängt vom jeweiligen Grenzsteuersatz ab.

Wie können nicht-förderberechtigte Personen doch riestern?

Für Personen, die nicht von der Riester-Rente profitieren dürfen, gibt es einige wenige Tricks, um doch gefördert zu werden. Haben sich Minijobber beispielsweise von der Versicherungspflicht befreit, gilt dies zwar für das gesamte Beschäftigungsverhältnis. Beginnt jedoch ein neues, ist es ratsam, sich nicht von der Pflicht befreien zu lassen. Durch die eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge haben sie das Recht auf Zulagen und Co., sofern sie eine Riester-Rente vereinbaren.

Nicht-förderberechtigte Ehepartner haben darüber hinaus die Möglichkeit, über ihren Liebsten zu riestern. Voraussetzung ist, dass beide eine Riester-Rente haben und der förderberechtigte Partner den Mindestbeitrag zahlt. Dann besteht auch für den anderen Ehepartner die Fördermöglichkeit. Achtung: Trennt sich das Ehepaar, verliert der nur indirekt zulagenberechtigte Partner seinen Anspruch.

Wann wird eine private Rentenversicherung zur Riester-Rente?

Hinter einer Riester-Rente steckt sich in der Regel eine private Rentenversicherung. Damit Sparer die staatliche Förderung erhalten, muss die Rentenversicherung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifiziert sein. Dazu müssen unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Lebenslange Rente
  • Versicherer garantieren mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge für die Rentenauszahlung
  • Abschluss- und Vertriebskosten müssen gleichmäßig mindestens innerhalb von fünf Jahren aufgeteilt werden oder als Prozentsatz von den Beiträgen abgezogen werden
  • Versicherer haben über Gebühren für Vertrieb, Abschluss, Vermögensverwaltung und möglichen Wechsel vor Vertragsabschluss schriftlich zu informieren
  • Auszahlungsbeginn der Rentenversicherung nicht vor dem 62. Lebensjahr (bei vor 2012 vereinbarten Verträgen 60. Lebensjahr)
  • Riester-Rente kann weder gepfändet noch beliehen werden

Wann müssen erhaltene Zulagen und Steuervorteile wieder zurückgezahlt werden?

Kommt es zu einer sogenannten „schädlichen Verwendung“, müssen Sparer die erhaltenen Zulagen und Steuererstattungen an den Staat zurückzahlen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Vertrag gekündigt wird. Entnehmen Versicherte darüber hinaus Geld aus dem aufgebauten Altersvorsorgevermögen und verwenden dieses nicht, um sich damit eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen oder bauen, wird ebenfalls eine Rückzahlung fällig. Negativ wirkt sich außerdem der dauerhafte Umzug in ein Land aus, das nicht zur Europäischen Union beziehungsweise zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört. Verstirbt der Versicherungsnehmer außerdem vor Rentenbeginn, ist das Vererben der geförderten Rentenversicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen an den Ehepartner förderunschädlich möglich.